Augenblick 

Es geschah zu der Zeit neumodischer Kommunikation per Drahtleitung,
als Zweibeiner sich eine alte Weisheit zu nutzen machten, dass Information,
in kleinste Bröckchen zerlegt, übermittelt werden könnte.
Es war die Zeit der Überbevölkerung, wo pro m² mindestens,
wenn nicht mehr, als n hoch x Zweibeiner dicht an dicht hausten.
Die Sprachlosigkeit dieser Zweibeiner dicht an dicht, war so hoch,
dass eigentlich der Lärmpegel hätte gegen Null Phon gehen müssen.
Aber wie so häufig, korrelierte diese Vermutung nun überhaupt nicht
mit der theoretischen Erwartungshaltung denkender Zweibeiner.
Ein Getöse - völlig unwissenschaftlicher Ausdruck, also Verbesserung -
exakter: ein Frequenzgemisch über alles mit schwankender Amplitude, 
trug die Luft davon, sehr zum Erschrecken einzelner Moleküle. Diese 
Moleküle entwichen den Produktionsstätten für Duftkomponenten und 
erfüllten die einst reine Luft. Die Sicht auf die Dinge wurde, willkürlicher Weise,
dauerhaft durch erschreckende Ar(s)chitektur versperrt.
Just zu diesem Zeitpunkt trafen sich dann zwei, war es Zufall oder hatte die Geschichte
der Zeitschreibung ein Mitgefühl, Zweibeiner über genau diese oben beschriebene
Kommunikationsverteilmaschine. Diese taten dann nichts anderes, als entflohene Duftkomponenten
außen vorzulassen, Briefträger nicht mit abscheulicher Ar(s)chitektur zu belästigen und Luft nicht 
noch weiter in Schwingung zu versetzen (Lärmschutz) - sie schrieben still und leise angenehme Briefe.
Neudeutsch "Emails" genannt, mit der Einschränkung des Augenblicks.




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